In der Villa Borghese in Rom hängt die „Venus mit Amor als Honigdieb“ von Lucas Cranach d.Ä. aus dem Jahr 1535. Cranach hat sehr viele Varianten des Bildes gemalt. Bewohner von New York, Schwerin, London, Weimar, Kopenhagen, Karlsruhe, Brüssel, Toulouse, Stuttgart, Glasgow und eben Rom müssen also nicht verreisen, um sich das Bild anzusehen. In jeder Version steht links unten in der Ecke ein von Bienen gestochener Amor.
Das Motiv geht zurück auf das Gedicht „Keriokleptes“ (Honigdieb) des griechischen Dichters Theokrits (um 270 v. Chr.).
Einmal Eros, den Dieb, stach übel ein Bienchen, als Waben
Er aus den Stöcken geplündert; die Spitzen der sämtlichen Finger
Setzte der Stachel in Gluten; er hauchte im Schmerz sich die Hand an,
Stampfte den Boden und sprang in die Höh‘ und wies Aphroditen,
Was für Weh‘ ihm geschehen, und jammerte, daß ein so winzig
Tierlein die Biene doch sei und mache so mächtige Wunden.
Lachend die Mutter darauf: Gleichst nicht du selber der Biene?
Wie bist winzig auch du, und machest so mächtige Wunden!